Region

Jugendhilfe in Bonn und der Region Ahrweiler

Die Betreuung findet im Raum Bonn und in der Region Ahrweiler statt, angefragt werden kann aus ganz Deutschland. Hier steht, was das für Jugendliche, Familien und Jugendämter bedeutet.

Flusstal am Rhein mit bewaldeten Hängen und einem kleinen Ort am Ufer

Wo die Betreuung stattfindet

Angeschubst ist ein Informationsprojekt der Wayve Jugendhilfe GmbH. Wenn Wayve einen Jugendlichen im stationären Einzelsetting betreut, lebt er im Raum Bonn und Ahrweiler. Das ist ein bewusst gewählter, überschaubarer Rahmen: nah genug an einer Stadt mit Schulen, Ausbildungsbetrieben, Ärzten und Freizeitangeboten, und zugleich mit ländlicheren Ecken, in denen es ruhiger zugeht.

Genaue Adressen von Wohneinheiten stehen nicht auf dieser Website. Das schützt die Privatsphäre der Jugendlichen, die dort leben. Im Rahmen einer konkreten Anfrage werden Ort und Umgebung natürlich offen besprochen.

Zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

Die Region liegt an einer Landesgrenze. Bonn ist eine kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen, umgeben vom Rhein-Sieg-Kreis. Südlich von Bonn beginnt Rheinland-Pfalz mit dem Kreis Ahrweiler, dessen Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ist. Rhein, Siebengebirge, Ahrtal und die ersten Höhen der Eifel prägen die Landschaft.

Für den Alltag spielt die Landesgrenze meist eine kleinere Rolle, als man denkt. Wichtig wird sie bei Fragen, die Landesrecht betreffen, etwa beim Schulrecht. Solche Punkte werden im zweifel vor einer Aufnahme geklärt, gemeinsam mit dem Jugendamt und der künftigen Schule.

Bundesweit anfragen, regional wohnen

Jugendämter aus dem gesamten Bundesgebiet können anfragen. Daraus folgt aber nicht, dass es überall in Deutschland Wohneinheiten gibt. Wer aufgenommen wird, lebt in der Region. Welche Angebote dazugehören, steht auf der Seite Angebote und Platzanfrage. Die Übersicht zeigt, was bundesweit gilt und was regional organisiert wird:

Was bei einer Anfrage aus einem anderen Ort gilt
ThemaWas gilt
AnfrageAus ganz Deutschland möglich, in der Regel durch das zuständige Jugendamt
UnterbringungIm Raum Bonn und Ahrweiler
ZuständigkeitIn der Regel bleibt das Jugendamt am Wohnort der Eltern zuständig
HilfeplangesprächeMit dem zuständigen Jugendamt, Ort und Form werden abgestimmt
Schule und AusbildungWerden in der Regel vor Ort gesucht und mit dem Jugendamt geplant
Kontakt zur FamilieNach Hilfeplan, Wege und Besuche werden mitgeplant

Was ein Ortswechsel bedeuten kann

Ein neuer Ort kann entlasten. Wer in seiner Stadt immer wieder in dieselben Konflikte gerät findet mit etwas Abstand manchmal leichter einen neuen Anfang. Neue Wege, neue Menschen und ein Umfeld ohne alte Zuschreibungen können Raum geben, sich anders zu zeigen.

Ein Ortswechsel kann aber auch belasten. Wenn wichtige Menschen weit weg sind fühlt sich ein neuer Ort schnell einsam an. Deshalb wird im vorhinein ehrlich abgewogen, was überwiegt. Die Frage ist nicht, ob Nähe oder Abstand grundsätzlich besser ist. Die Frage ist, was diesem Jugendlichen in dieser Lage hilft.

Wichtige Beziehungen erhalten

Auch wer in eine neue Region zieht soll hilfreiche Beziehungen nicht verlieren. Kontakte zur Familie, zu Geschwistern, zu Freunden oder zu einer früheren Vertrauensperson werden im Hilfeplan berücksichtigt. Das kann bedeuten, Besuche am wochenende mitzuplanen, Fahrten zu begleiten oder regelmäßige Telefonate zu vereinbaren.

Gleichzeitig wächst vor Ort ein neues Netz: Schule oder Ausbildung, ein Sportverein, Nachbarschaft und neue Freundschaften. Beides zusammen gibt Halt. Wie das im Alltag gelingt, beschreibt der Ratgeber zur stationären Jugendhilfe im Abschnitt über den Kontakt zur Familie.

Alltag in der Region: Schule, Wege, Freizeit

Für Jugendämter aus anderen Bundesländern lohnt ein kurzer Blick auf praktische Unterschiede. Die Schullandschaft ist in beiden Ländern breit, die Namen unterscheiden sich aber: Berufliche Schulen heißen in Nordrhein-Westfalen Berufskollegs, in Rheinland-Pfalz berufsbildende Schulen. Welche Schulform passt und wo es freie Plätze gibt, wird vor einer Aufnahme gemeinsam geklärt.

Auch die Wege unterscheiden sich. In Bonn ist das Netz aus Bus und Bahn dicht, in ländlicheren Teilen der Region fahren Busse seltener. Schulweg, Arzttermine und Freizeit werden deshalb von Anfang an mitgedacht, damit ein Jugendlicher nicht nur wohnt, sondern sich in seiner Umgebung auch selbstständig bewegen kann. Rhein, Wälder und viele Vereine bieten dafür gute Anlässe, vom Sport bis zur Musik.

Kennenlernen und Abstimmung

Wenn es möglich ist lernt der Jugendliche die Wohneinheit und seine künftige Bezugsperson vor dem Einzug kennen. Das nimmt Unsicherheit und macht aus einer Entscheidung über ihn eine Entscheidung mit ihm. Bei weiten Anreisen wird gemeinsam mit dem Jugendamt überlegt, wie ein solches Kennenlernen organisiert werden kann. Im groben gilt: Je besser alle Beteiligten vorbereitet sind, desto ruhiger verläuft der Start.

Wie eine Anfrage abläuft und welche Informationen für ein erstes Fachgespräch hilfreich sind, steht auf der Seite für Jugendämter. Wie das Einzelsetting selbst aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber zu einzelpädagogischen Maßnahmen.

Zuständiges Jugendamt und Organisation vor Ort

Auch wenn ein Jugendlicher in die Region zieht, bleibt in der Regel das Jugendamt am Wohnort der Eltern zuständig. Es steuert die Hilfe, lädt zu Hilfeplangesprächen ein und entscheidet über Fortsetzung und Ende. Vor Ort kümmert sich das Team um alles, was den Alltag betrifft: Schulanmeldung, Arztbesuche, Freizeit und die Zusammenarbeit mit der Schule.

Familien, die selbst in der Region leben, wenden sich mit Fragen zu Hilfen zur Erziehung an ihr örtliches Jugendamt, also an die Stadt Bonn, den Rhein-Sieg-Kreis oder den Kreis Ahrweiler. Was mit diesem Begriff gemeint ist, erklärt das Glossar unter Hilfen zur Erziehung. Der Kreis Ahrweiler erklärt seine Angebote zum Beispiel auf der Seite Hilfen zur Erziehung beim Kreis Ahrweiler, öffnet einen neuen Tab. Mehr über den Träger hinter diesem Projekt steht auf der Website von Wayve, öffnet einen neuen Tab.

Eine Unterbringung in der Region prüfen

Sie überlegen, ob ein Einzelsetting im Raum Bonn und Ahrweiler für einen Jugendlichen passen kann? Ein Gespräch mit Wayve klärt die wichtigsten Fragen, auch zu Entfernung und Kontakten.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zur Region

Gibt es Wohneinheiten in ganz Deutschland?

Nein. Anfragen sind aus ganz Deutschland möglich, die Unterbringung erfolgt aber im Raum Bonn und Ahrweiler.

Warum stehen keine Adressen auf der Website?

Aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Jugendlichen, die dort leben. Ort und Umgebung werden im Rahmen einer konkreten Anfrage besprochen.

Bleibt das Jugendamt am bisherigen Wohnort zuständig?

In der Regel ja. Zuständig ist meist das Jugendamt am Wohnort der Eltern, auch wenn der Jugendliche in einer anderen Region lebt. Es plant und steuert die Hilfe.

Kann der Jugendliche seine bisherige Schule behalten?

Bei einem Umzug in die Region meist nicht weil die Wege zu weit wären. In der Regel wird vor Ort eine passende Schule oder Ausbildungsmöglichkeit gesucht. Das wird vor der Aufnahme mit dem Jugendamt besprochen.

Wie laufen Hilfeplangespräche bei großer Entfernung?

Ort und Form stimmt das zuständige Jugendamt mit allen Beteiligten ab. Möglich sind Gespräche vor Ort, beim Jugendamt oder, wenn alle einverstanden sind, auch per Video. Wichtig ist, dass der Jugendliche gut beteiligt werden kann.